Nahost

IRGC kündigt Vergeltung für Angriff auf Hochzeit an – Iran warnt Israel vor Libanon-Offensive

Iran droht bei einer israelischen Offensive im Südlibanon mit einem großangelegten Angriff. Experten führen Todesopfer bei einer Hochzeit in Iran auf US-Munition zurück, und das IRGC kündigt Vergeltung an.
IRGC kündigt Vergeltung für Angriff auf Hochzeit an – Iran warnt Israel vor Libanon-Offensive

Iran hat die USA davor gewarnt, dass das Land auf jede israelische Offensive gegen einen Bergkamm im Südlibanon mit aller Härte reagieren werde. Dort sollen sich neben Kämpfern der Hisbollah auch iranische Militärangehörige verschanzt haben. Das berichtet Reuters am Donnerstag.

Die im vergangenen Monat übermittelte Warnung unterstreicht die anhaltende direkte Beteiligung Irans an den Bodenkämpfen im Südlibanon sowie die Bereitschaft Teherans, israelische Angriffe dort zu vergelten. Der regionale Krieg geht inzwischen in seinen siebten Monat.

Verteidigungsminister Israel Katz erklärte unterdessen, ein iranischer Angriff auf Israel würde die israelischen Streitkräfte "von allen Beschränkungen befreien". In einem solchen Fall werde die Armee "sämtliche Infrastruktur – einschließlich der Energieinfrastruktur – angreifen" und Iran "in die Steinzeit und Dunkelheit zurückversetzen".

Die Hisbollah, ein Verbündeter Irans, soll nach Angaben libanesischer Sicherheitsquellen unter dem Ali-Taher-Bergrücken ein unterirdisches Kommandozentrum sowie Waffenlager errichtet haben. Der Bergrücken bietet einen strategischen Blick über den Südosten des Libanon und gilt als einer der am stärksten umkämpften Orte im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. In seiner Botschaft an Washington drohte Teheran damit, eine umfassende israelische Offensive gegen den Bergrücken mit einem großangelegten iranischen Angriff zu beantworten. Infolge des Drucks der USA habe Israel daraufhin den Angriff auf den Ali-Taher-Bergrücken aufgeschoben.

Iran erklärte, am Donnerstag US-Militärstützpunkte in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen zu haben. Teheran kündigte Vergeltung für einen Angriff auf eine Hochzeitsgesellschaft an, für den es Washington verantwortlich machte. Der Chef der iranischen Revolutionsgarde, Ahmad Vahidi, erklärte am Donnerstag, der Tod der Opfer werde nicht unbeantwortet bleiben. "Das reine Blut dieser unschuldig getöteten Märtyrer […] wird nicht unbeantwortet bleiben", sagte er. US-Vizepräsident JD Vance erklärte unterdessen, der Angriff werde untersucht.

Einer Analyse von Waffenexperten zufolge handelte es sich bei der Explosion in der iranischen Kleinstadt Kuhestak wahrscheinlich um den direkten Einschlag eines US-amerikanischen Geschosses. Die von Reuters befragten Experten werteten von der Nachrichtenagentur verifizierte Bilder und Videos aus und schlossen einen Querschläger oder eine fehlgeleitete iranische Rakete weitgehend aus. Zwei US-Beamte erklärten, das US-Militär habe am 1. September in der Nähe von Kuhestak Luftangriffe auf einen Fernmeldeturm geflogen. Satellitenbildern zufolge befindet sich der Turm etwa 135 Meter vom Ort der Hochzeitsfeier entfernt.

Die neuen Gefechte, die mit US-Luftangriffen am Sonntag begonnen hatten, haben die Pattsituation im seit sechs Monaten andauernden Krieg weiter verschärft. Iran hält weiterhin die strategisch wichtige Straße von Hormus größtenteils unter seiner Kontrolle, während Washington seine Gegenblockade iranischer Häfen vorantreibt. 

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